Bewusstsein


Bewusstsein beginnt dort, wo du still wirst.
Es ist der Raum, in dem du dich selbst erkennst, frei von Rollen, Erwartungen und Mustern. Bewusstsein bedeutet auch, dass wir uns wieder an unsere wahre Größe erinnern und den Mut finden, sie anzunehmen.

Bewusstsein

Bewusstsein beginnt nicht mit großen Erkenntnissen, sondern mit der einfachen Frage: „Was passiert hier gerade wirklich in mir?“. Die meisten Menschen unserer Zeit stellen sich diese Frage selten. Nicht, weil sie nicht können sondern weil ihr Alltag sie ununterbrochen in Beschäftigung hält. Bewusstsein verschwindet in der Routine und taucht erst wieder auf, wenn das Leben es nicht länger zulässt wegzuschauen. Manchmal entstehen kurze Momente in denen wir merken „Ah… so bin ich gerade.“ Das ist der Beginn echter Bewusstheit, es wird sichtbar, was uns sonst steuert, es sind die Gewohnheiten, Prägungen, Ängste und Erwartungen. Wir formen uns ständig weiter durch Erfahrungen, Beziehungen, Verluste, Konflikte, Entscheidungen. Nur geschieht das meist ohne inneres Mitwirken und hinterlässt dadurch Verletzungen aus denen Traumen und falsche Glaubenssätze entstehen. Aktiv zu werden bedeutet nicht, sich in spirituelle Übungen zu flüchten oder ein Idealbild zu verfolgen. Es bedeutet Fragen zuzulassen, die wir oft verdrängen. Das ist nicht immer angenehm, aber es ist klärend und spürbar  befreiend. Krisen, unerwartete Begegnungen, Verluste oder stille Ahnungen sind Momente in denen das Leben deutlicher zu uns spricht. Es sind die Einladungen nicht nur sein Denken sondern seine innere Haltung neu auszurichten. Das Leben hat mir früh Situationen zugemutet die gelöst werden wollten, weil sie mein Sein gebremst haben. Dabei hat sich etwas entwickelt, das mich bis heute begleitet, das zur Ruhe kommen, im Moment in jeder Tätigkeit. Innehalten mitten im Tun. Diese Art des Hinschauens, des Zugangs möchte ich vermitteln ohne Versprechen aber mit erlebter Erfahrung.



„Um Bewusstsein auf seine Essenz zu reduzieren,

reicht ein Leerschlag: Bewusst Sein.“



Bewusstsein – das erste Sehen

Bewusstsein ist zuerst etwas Körperliches.

Wir nehmen wahr, fühlen, reagieren, treffen Entscheidungen. Dieses Grundbewusstsein läuft still im Hintergrund, ob wir ihm Beachtung schenken oder nicht. Es ist neutral, es bewertet nicht, es kommentiert nicht, es beobachtet einfach. Es ist der Ausgangspunkt des menschlichen Erlebens, der Naturzustandsebene bevor Erziehung, Konzepte und Erwartungen darauf einwirken. Der Körper registriert schneller als der Verstand.  Es wird u.a. als Unterbewusstsein bezeichnet, ich nenne es Intuition, Bauchgefühl oder das Grundbewusstsein und ist eng verknüpft mit dem Nervensystem. Es ist im Dauerbetrieb und scannt ständig, ob etwas sicher oder gefährlich ist. Meist bemerken wir erst unsere eigene Reaktion und nicht den Auslöser.


In einer natürlichen Umgebung (wenn nichts stört) lernt ein Kind über Erfahrung: Hitze, Kälte, Nähe, Distanz. Es entsteht ein Grundvertrauen „Die Welt antwortet auf das, was ich tue.“ Dazu brauchen wir keine Anleitung und es festigt sich, es stützt sich auf echte Erfahrung. Dem gegenüber steht die frühe Prägung (wenn etwas stört) wenn die Umgebung überfordert oder verletzend ist. Es entsteht inneres Misstrauen und daraus Schutzreaktionen. „Ich muss wachsam sein“, „Ich darf nicht fühlen“, „Ich muss funktionieren“. Diese Schutzreaktionen hinterlassen Spannungen die später zu festen Konzepten führen können. Frühe Verletzungen sind so prägend, weil der Mensch noch keine Möglichkeit hat, etwas einzuordnen oder zu verstehen. Bis etwa zum siebten Lebensjahr haben wir keine Wahl. Alles, was geschieht, geht rein. Nicht weil wir naiv wären, sondern weil Bewusstsein in dieser Phase, noch nicht filtern kann.


Viele Erwachsene, bleiben ihr ganzes Leben lang auf dieser ersten Ebene stehen. Nicht aus Faulheit, sondern weil man sich an ein Leben gewöhnt hat, das zwar nicht richtig glücklich macht, aber funktioniert. Die Komfortzone ist keine weiche Couch, sie ist ein stiller Vertrag mit sich selbst, nichts zu verändern, solange es nicht brennt. Kommt noch der Satz dazu, „Sei doch zufrieden“, nehmen das viele hin, wie eine freundliche Fessel. Das Grundbewusstsein erklärt also nicht unsere Muster und Handlungen. Das taucht erst auf, wenn wir zur zweiten Ebene übergehen, zur Bewusstheit selbst.


Der Zwischenraum

Bewusstheit entsteht im Zwischenraum zwischen Reiz und Reaktion.

Es ist der Moment in dem wir merken, „Aha, so bin ich gerade“ und diese Muster hinterfragen. Meist hat die Reaktion im Jetzt wenig mit der aktuellen Situation zu tun sondern basiert auf Erfahrungen die wir früher gemacht haben. Sobald wir aus dem Automatismus in die Beobachtung gehen verschiebt sich der Fokus vom Aussen zum Innen. Es entsteht eine erste Klarheit über eigene Mechanismen.


Wenn wir diesen Weg weiter gehen, erkennen wir unsere Gewohnheiten, alte Schutzstrategien, Rollen und Erwartungen die wir bedienen. Das kann oft unangenehm sein, weil wir das gewohnte Terrain verlassen. Wir sehen nicht mehr die Welt, sondern erkennen uns in der Welt. In dieser Phase werden wir an die Ehrlichkeitsschwelle herangeführt, es ist die Stelle, die viele Menschen vermeiden. Wir flüchten dann in Aktivität, Geräusche, Ablenkung, in alles was vermeidet, dass wir uns selbst hören. Die Bewusstheit darüber verändert noch nichts, aber sie zeigt, was verändert werden darf. Die Kraft des Hinschauens zeigt sich in dem schon allein das „Sehen“ eine Bewegung erzeugt. Es entsteht eine neue Perspektive zwischen „Ich bin so“ und „Ich könnte anders“.


In diesem Zustand können wir uns entscheiden. Geben wir dem Wunsch nach Ablenkung nach.? Kehren wir lieber in die Gewohnheiten zurück.? Lassen wir der Angst vor Konsequenzen den Vortritt, „Wenn ich das sehe, müsste ich was ändern“. Das ist der Grund, warum Bewusstheit, nicht immer angenehm ist, aber sie ist immer wahr. Dabei entsteht ein innerer Dialog und es tauchen erste Fragen auf,  „Was will ich wirklich?“, „Wovor renne ich weg?“, es ist die Stimme der Bewusstheit, die hörbar wird. Man folgt nicht mehr nur den Reizen und reagiert, sondern beginnt wahrzunehmen, was man fühlt und warum. Hier zeigt die Bewusstheit unsere Muster, aber löst sie noch nicht. Sie öffnet jedoch die Tür zur nächsten Ebene, den bewussten Entscheidungen.


Die Entscheidung

Die dritte Ebene beginnt dort, wo wir vom Sehen ins Handeln gehen.

Wir geben dem Wunsch uns und somit unser Leben zu verändern, den nötigen Raum. An dem Punkt wo wir den gemachten Beobachtungen mehr Aufmerksamkeit schenken und so sehen was gesehen werden will. Bewusst zu sein heisst die alten Schutzreaktionen nicht mehr automatisch auszuführen sondern sie zu erkennen und damit zu entmachten. Damit stellen wir auch nicht gleich unser gesamtes Leben auf den Kopf. Es sind kleine Entscheidungen, die vom „Aussen“ kaum wahrgenommen werden aber im Inneren viel verändern.


Mehr und mehr hören wir unsere eigene Stimme frei von Prägungen der Vergangenheit. Diese Momente fühlen sich aus einem einfachen Grund freudvoll an, man rückt näher an sich selber heran. So beginnt der Mensch zu handeln ohne gegen sich zu handeln und innere Konflikte bleiben aus. Mit jeder Entscheidung entsteht ein neues Vertrauen in das eigene Empfinden, es wird zu einem neuen Wegweiser. Man beginnt wahrhaftig mit sich selber im „reinen“ zu sein was sich auf allen Ebenen des Lebens manifestiert. So wird Bewusst sein kein Zustand der Perfektion, es ist mehr ein tägliches Zurückkehren zu sich selbst. Am Anfang braucht es ein wenig Mut und Ehrlichkeit dann wird es zu einem neuen Lebensgefühl in dem man sich selber mit mehr Achtsamkeit und Liebe begegnet.


Bewusstes Leben heisst nicht alles sofort zu verstehen, es heisst bei sich zu bleiben. Es gibt keine Abkürzungen, aber es gibt Wege die es sich lohnt zu gehen. Für mich war dabei das Stillwerden ein Türöffner wie kein zweiter. Ich habe gelernt, dass Klarheit nicht durch Rückzug entsteht sondern mitten im Leben.


Was ich weitergeben will, sind keine Konzepte, sondern Schritte, die ich selbst gegangen bin. Mein Buch „Ein Sommer unter Menschen“ ist aus genau diesen Erfahrungen geboren, nicht als Anleitung sondern als Einladung. Die Leserinnen und Leser finden darin Mut den Weg weiter zu gehen, was mich sehr freut.


In den letzten Jahren durfte ich viele Menschen begleiten, im Gespräch, in Gruppen, online und unterwegs. Manches geschieht im Austausch, manches im Stillen. Ich gebe den Menschen auch die Möglichkeit für Einzelgespräche, falls mehr Diskretion gewünscht ist.

Wenn du diesen Weg gehen möchtest, begleite ich dich gerne ein Stück.

Wenn du diesen Weg vertiefen möchtest und Begleitung suchst,

hier findest du die Räume, die ich dafür öffne.

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